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Hier finden Sie
eine kurze Übersicht über alle wesentlichen Substanzen,
die bei der häuslichen Weinzubereitung eingesetzt werden.
In den weiteren Kapiteln werden Sie genauere Angaben zur Verwendung
und Dosierung der Zutaten finden. Beim Kauf sollten Sie große
Mengen bevorzugen, da die kleinen Mengen oft unverhältnismäßig
teuer sind. Dazu nur ein Beispiel: 20 Tüten Kaliumdisulfit
á 1 g kosten etwa 4. Für die doppelte Summe
gibt es bereits 1 kg Kaliumdisulfit als Pulver. Hier rentiert
sich eine kleine Briefwaage, mit der Sie 1 g abwiegen können,
schnell.
ACHTUNG:
Stellen Sie sicher dass alle
Zutaten und Chemikalien Lebensmittelqualität haben!
Bedenken Sie außerdem das einige Zutaten laut Weingesetz nicht für Weine
verwendet werden dürfen die in Umlauf gebracht werden, sie dürfen weder
verschenkt noch verkauft werden. Links zum Thema Weingesetz finden Sie
hier.
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Agar-Agar |
Ein
gallertartiges Polysaccharid, das aus Rotalgen gewonnen wird.
Bei der Weinherstellung dient der Agar als Klärungsmittel
und wird in Konzentrationen von bis zu 25 g/100 l eingesetzt. |
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Aktivkohle |
Hierbei
handelt es sich um eine besonders porenreiche Kohle mit großer
Oberfläche, die ein großes Adsorptionsvermögen
aufweist. Sie dient zur Entfernung von unangenehmen Geschmacksstoffen,
wie sie z.B. durch einen Weinfehler hervorgerufen werden. |
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Ammoniumsulfat |
Während
der Gärung bilden die Hefen Biomasse, die im Vergleich zu
pflanzlicher Biomasse reich an Proteinen und Nukleinsäuren
sind. Deshalb haben die Hefen einen besonders hohen Bedarf an
den beiden Elementen Stickstoff (N) und Schwefel (S), der durch
die Zersetzung des pflanzlichen Materials nur ungenügend
gedeckt werden kann. Stickstoffmangel führt sogar direkt
zu einer Hemmung der Zuckeraufnahme der Hefezellen und damit
zu einer stockenden Gärung. Zur Vermeidung dieser Effekte
gibt man auf 10 l Weinansatz 4 g Ammoniumsulfat ((NH4)2SO4).
Siehe auch "Hefenährsalz". |
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Amylase,
alpha-Amylase |
Stärke kann von Hefen
nicht abgebaut werden. Das ist ein Problem bei Weinen, die z.B. aus
stärkereichem Getreide, Kartoffeln oder Reis hergestellt werden.
Außerdem bewirkt die Stärke oft eine starke Trübung. Dieses Enzym
baut Stärke ab, und die Spaltprodukte können von der Hefe vergoren
werden, und die Weine werden klarer. |
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Antigel/
Antigeliermitttel |
Eine
Lösung von natürlichem Enzym (Pektinase), welches gelierende
Polysaccharide der Pflanzenzellwand abbaut. Dadurch lassen sich
pektinreichen Früchte (z.B. Kiwis, Pflaumen, Mirabellen...)
besser auspressen und die Saftausbeute wird gesteigert. Weitere
wichtige Effekte durch den Abbau des Pektins sind die Verringerung der Schaumbildung bei
der Gärung und die Verbesserung der Selbstklärung.
Die handelsüblichen Pektinaselösungen werden mikrobiell
hergestellt und sollten im Kühlschrank gelagert werden,
da die enzymatische Wirkung bei niedrigen Temperaturen länger
erhalten bleibt. Die eingesetzte Menge des Antigels richtet sich
nach eingesetzten Fruchtmenge und nach deren Pektingehalt; in
der Regel reichen 10-20 ml Antigel auf 10 l Wein. Bei einigen
Herstellern bekommt man Pektinasepräparate auch als Pulver. Auch
erhältlich unter unter dem Handelsnamen "Zymex". |
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Äpfel |
Extrem trübstoffarme
Weine gären langsam und bilden in der Regel weniger Alkohol als
vergleichbare Weine. Zum einen kann die entstehende Kohlensäure nur
schwer als Gas austreten. Deshalb schäumen solche Weine oft heftig
auf, wenn man Zucker nachträglich hinzufügt oder den Ballon
schüttelt, zum anderen heften sich Hefen oft an Trübstoffe an,
wodurch sie sich nicht am Boden absetzen. Diese Probleme können
durch Zugabe von grob zerriebenen Äpfeln reduziert werden. Pro 10 L
Wein setzt man dafür etwa 2-4 Äpfel ein, die mit Schale aber ohne
Kerngehäuse auf einer Reibe zerkleinert werden. Tafeläpfel haben
generell wenig Eigenaroma, außerdem ist
der Apfelgeschmack ist sehr flüchtig, er verfliegt nach beendeter
Gärung. Einen Apfelgeschmack im Wein braucht man nicht zu
befürchten. |
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Apfelsäure |
Die
Apfelsäure (Malat) ist eine natürlich in Früchten
vorkommende Dicarbonsäure (HOOC-HCOH-H2C-COOH),
die zur Verbesserung von säurearmen Weinen genutzt werden kann.
Geschmacklich ist die Apfelsäure nicht unproblematisch, eine
Überdosierung kann zu einem ausgeprägten Fehlgeschmack führen. Die
Weine schmecken dann unnatürlich nach Apfel. Die Apfelsäure ist
nicht gärungsstabil, kann also von den Hefen abgebaut werden. Außerdem kann Äpfelsäure durch bakterielle
Tätigkeit in ungenügend geschwefelten Weinen in Kohlendioxid
und Milchsäure (HOOC-HCOH-H2C-COOH -> CH3-HOCH-COOH
+ CO2) zersetzt werden. Dieser biologische Säureabbau
ist nur in kühlen Weinbaugebieten mit säurereichen
Trauben erwünscht. Bei der häuslichen Weinbereitung
führt die unkontrollierte Tätigkeit der Bakterien jedoch zu einer Weinkrankheit,
dem Milchsäurestich. |
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Ascorbinsäure |
siehe Vitamin C |
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Bentonit |
Bentonit,
synonym auch Bleicherde oder Podsol, ist ein Tonerdehydrosilicat
mit besonderem Absorptionsverhalten. Es wird bei der Traubenweinherstellung
benutzt, um instabiles Eiweiß auszufällen. In der
Regel setzt man eine Menge von bis zu 25 g auf 10 l Wein ein. |
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Calciumcarbonat |
Mit Calciumcarbonat
(CaCO3) können Säuren ausgefällt werden,
die zusammen mit dem Calcium ein unlösliches Salz bilden
und sich am Boden absetzen. Dabei entsteht aus dem Carbonat Kohlendioxid,
was zum heftigen Aufschäumen des Weins führen kann.
Entfernt werden kann zum einen die Oxalsäure des Rhabarbers,
was wegen gesundheitlichen Bedenken zu empfehlen ist, und für
die Weinsäure, wenn ein Traubenwein zu sauer ist (HOOC-HOCH-HOCO-COOH
+ CaCO3 -> Ca(OOC-HOCH-HOCO-COO) + H2O + CO2).
Aber Vorsicht: Viele Frucht- und Obstsorten enthalten keine dieser
beiden Säuren, weshalb der Einsatz von Calciumcarbonat sinnlos
ist. Citronen-, Äpfel- und Milchsäure, die zur Verbesserung
von säurearmen Weinen dienen, können ebenfalls nicht
ausgefällt werden. Eine Überdosierung ist deshalb zu
vermeiden.
Die Zugabe von 6,7 g Calciumcarbonat reduziert die Säuremenge
von 10 l Wein um 1 g/l. |
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Citrat |
siehe Zitronensäure |
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DAP |
siehe Diammoniumphosphat |
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demineralisiertes
bzw. destilliertes Wasser |
siehe Wasser |
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Diammoniumphosphat |
Phosphor (P) ist
neben Stickstoff und Schwefel ein weiteres essentielles Element
zum Aufbau von Biomasse. In der Regel ist der Phosphorgehalt
in Früchten jedoch hoch genug, um den Bedarf der wachsenden
Hefen zu decken. Lediglich bei "fruchtarmen" Saftgärungen, allen
Vergärungen von Trauben und beim Honigwein sollte Diammoniumphosphat (Handelsbezeichnung,
chemisch Korrekt Diammoniumhydrogenphosphat (NH4)2HPO4)
verwendet werden um dem Phosphatmangel vorzubeugen. Alternativ kann Kaliumdihydrogenphosphat
verwendet werden. Siehe auch "Hefenährsalz" zur Dosierung. |
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Eichenchips |
Durch Zugabe von
Eichenchips kann eine Aromatisierung des Weins erfolgen, die sonst
nur durch Lagerung in Eichenfässern erreicht wird (siehe auch
Eichenextrakt). Wesentlich für die Geschmacksentwicklung ist die
Holzsorte sowie eine Hitzebehandlung, die zu einer Umsetzung des im
Holz vorhandenen Lignins führt ("Toasting"). Es sind verschieden
stark getoastete Chips erhältlich. Während oder nach der
Selbstklärung sollten je nach Geschmack 5-30 g Chips pro 10 l Wein
verwendet werden, diese sollten einige Tage oder bis zu drei Monate
lang im Wein verbleiben. |
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Eichenextrakt |
Hochklassige Weine
werden oft lange in Eichenfässern gelagert, dabei treten typisch
harzige
Aromen aus dem Holz in den Wein über ("Barriqueausbau"). Da der
Hobbywinzer selten über Holzfässer verfügt, kann er durch den
gezielten Einsatz von Eichenextrakt innerhalb von Sekunden
geschmacklich erreichen, was beim Holzfass Jahre dauert. Die
Dosierung hängt von der Konzentration des Extraktes und vom
persönlichen Geschmack ab. Je schwerer der Wein, desto stärker kann
die Dosierung sein, etwa 1 bis 4 ml Extrakt pro Liter Wein. Auch
erhältlich unter dem Handelsnamen Oak-A-Vin. |
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Fruchtzucker |
siehe Fructose |
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Fructose |
Die gelöste Fructose
behält ihre Süßkraft im Gegensatz zur Saccharose auch bei längerer
Lagerung. Fructose kann deshalb anstelle von Saccharose benutzt
werden um die Restsüße eines Weins einzustellen, ohne dass ein
Nachlassen der Süßkraft berücksichtigt werden muss. |
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Gelatine |
Gelatine
ist ein teilweise hydrolysiertes, also gespaltenes Kollagen,
ein Gerüsteiweiß in Bindegewebe, Knorpel, Knochen
und Sehnen. Gelatine wird zur Weinklärung eingesetzt: In
Lösung trägt dieses Makromolekül eine positive
Ladung und kann negativ geladene Trübstoffe binden, mit
denen es sich zusammen absetzt. Bei der Klärung wird Gelatine
oft zusammen mit Tannin oder Kieselsol verwendet. Meist wird
nicht mehr als 1 g Gelatine pro 10 l Wein eingesetzt. |
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Glashagel, Glasschrot |
Weinballons, in denen
fertige Weine z.B. zur Selbstklärung lagern, müssen immer spundvoll
gefüllt werden damit möglichst wenig Sauerstoff an den Wein gelangt.
Manchmal ist das schwierig, z.B. wenn 8 Liter Wein in einem
10L-Ballon gelagert werden sollen. In so einem Fall kann man das
fehlende Volumen mit Glashagel auffüllen um die Leervolumen zu
minimieren (siehe zu diesem Thema auch
"oenologisches Öl") |
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Haushaltszucker |
siehe Saccharose |
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Hefeextrakt |
Kann als zusätzlicher
Nährstoff in Ergänzung zum Hefenährsalz zu Beginn der Gärung
eingesetzt werden. Die übliche Dosierung ist 2-3 g pro 10 l Wein. |
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Hefenährsalz |
unverzichtbares
Nährstoffgemisch zur Vorbeugung von Gärstockungen. Meist wird eine
Dosierung von 4 g auf 10 L Most empfohlen. Oft handelt es
sich um ein Gemisch aus mehreren Komponenten, z.B. Ammoniumsulfat, Diammoniumphosphat und
Thiamin (siehe dort). Grundlagen zur Vermeidung von Gärstockungen,
zum Einsatz von Nährstoffen und deren Wirkweise sind im Kapitel
"Weinfehler und Weinkrankheiten" dargestellt. 1 kg
Multinährsalz a la Fruchtweinkeller enthält:
- 600 g Ammoniumsulfat
- 400 g Diammoniumphosphat
- 1,2 g Thiamin
Von diesem Gemisch werden 5 g pro 10
l Wein eingesetzt. |
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Heferinde,
Hefezellwand |
Dient, in Ergänzung zum
Hefenährsalz, der Förderung der Gärungsaktivität. Vor Beginn der
Gärung sind dem Ansatz 4 g pro 10 l zuzugeben. Vorsicht: Heferinde
nimmt schnell schlechte Gerüche an und kann deshalb den
Weingeschmack negativ beeinflussen. Es darf nur gut nach Hefe
riechendes Präparat eingesetzt werden. |
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Honig |
Honig
kann bei vielen Rezepten den Zucker teilweise ersetzten, wodurch
ein besonderes Aroma erreicht werden kann, welches besonders
nach langer Lagerung zur Geltung kommt. Je nach Herkunft besteht
Honig zu etwa 75 % aus Zuckern (etwa 35% Fructose, 30% Glucose,
10% Polysaccharide). |
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Kaliumdihydrogenphosphat |
Kaliumdihydrogenphosphat
(KH2PO4) kann alternativ zum Diammoniumphosphat
als Hefenährsalz verwendet werden (siehe dort). |
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Kaliumdisulfit |
synonym für
Kaliumpyrosulfit (siehe dort) |
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Kaliumpyrosulfit |
Kaliumsalz
der schwefligen Säure, welches im Wein gelöst schweflige
Säure als Wirksubstanz freisetzt (K2S2O5 ->
2SO2 + K2O; SO2 + H2O <-> H2SO3). Synonym auch als Kaliumdisulfit oder
E224 erhältlich. Diese Substanz ist in der Weinbereitung
unverzichtbar und, sofern in den üblichen Mengen verwendet,
gesundheitlich unbedenklich. Zum einen hemmt Kaliumpyrosulfit
das Wachstum von unerwünschten Mikroorganismen wie Bakterien
und Schimmelpilzen. Dadurch kann es den fertigen Wein vor Weinkrankheiten
schützen, da z.B. Essigsäurebakterien gehemmt werden.
Im jungen Weinansatz kann die Vermehrung von nachteiligen Mikroorganismen
gehemmt werden, bis die Reinzuchthefen, die unempfindlicher gegenüber
Pyrosulfit sind, genügend Alkohol gebildet haben. Im Jungwein sollte
Pyrosulfit aber nur eingesetzt werden, wenn die verwendeten Früchte
mit Schimmel belastet sind oder Faulstellen aufweisen. Weiterhin
wirkt die Substanz als Antioxidationsmittel, d.h. die negativen
Auswirkungen des Sauerstoffs (siehe auch Weinfehler "Oxidation") werden verhindert: Das Braunwerden
der Weins wird verhindert, er ist farb- und geschmacksstabil. Im Normalfall reicht eine
Menge von 1 g Pyrosulfit auf 10 l Wein. Durch eine starke Überdosierung
kann auch die Gärtätigkeit der Hefen gehemmt werden,
außerdem kann der Wein nach Schwefel riechen und schmecken
(nicht zu verwechseln mit einem leichten Geruch nach faulen Eiern
durch die Bildung von Schwefelwasserstoff (H2S), was bei
der Vergärung vieler Früchte normal ist). Der Ansatz
ist dann verloren. Soll aus einem Fruchtweinen gezielt Essig
hergestellt werden, so muss ganz auf den Einsatz von Pyrosulfit
verzichtet werden. Nachgärungen können durch eine Schwefelung
nicht verhindert werden! Achtung: Kaliumpyrosulfit ist stark
reizend! Vermeiden sie unbedingt den Kontakt des feinen Pulvers
mit Augen und Schleimhäuten! |
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Kaliumsorbat |
Das Kaliumsalz der
Sorbinsäure (E202), siehe dort |
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Kieselsol |
Hierbei
handelt es sich um eine kolloidale Form der Kieselsäure,
die zur Klärung eingesetzt wird, meist in Kombination mit
Gelatine, aber auch mit Bentonit und Agar-Agar. Von der 15%igen
Lösung werden je nach Weinsorte bis zu 20 ml/10 l Wein eingesetzt,
in seltenen Fällen auch mehr. |
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Kohlensauer Kalk |
siehe Calciumcarbonat |
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Laktat |
siehe Milchsäure |
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Malat |
siehe Apfelsäure |
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Malz,
Malzextrakt |
Malz ist gekeimtes und
getrocknetes Getreide und wird meist Gerste hergestellt. Dazu wird
das Getreide zunächst einige Tage gewässert und so zum keimen
gebracht wird. Dabei werden Enzyme gebildet, welche die im Korn
enthaltene Stärke in Malzzucker (Maltose) umwandelt. Die nicht
vergärbare Stärke wird dabei in einen Zucker umgewandelt, den die
Hefe nutzen kann. Da dieser "Grünmalz" nicht haltbar ist, wird er
durch Trocknung ("Darre") konserviert. Die Temperatur hat einen
Einfluss auf den Geschmack des Produkts, prinzipiell unterschiedet
man hellen Malz, der bei niedriger Temperatur gedarrt wurde, von
dunklem Malz, der bei hoher Temperatur getrocknet wurde.
Anschließend werden die Darre geschrotet. Eventuell wird die Darre
wieder mit Flüssigkeit versetzt und eingedickt. Je nach
Trocknungs- bzw. Eindickungsgrad ist Malz als trockenes Pulver oder
als sirupartige Flüssigkeit erhältlich. |
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Mehl |
Extrem
trübstoffarme Weine gären langsam und bilden in der
Regel weniger Alkohol als vergleichbare Weine. Zum einen kann
die entstehende Kohlensäure nur schwer als Gas austreten.
Deshalb schäumen solche Weine oft heftig auf, wenn man Zucker
nachträglich hinzufügt oder den Ballon schüttelt,
zum anderen heften sich Hefen oft an Trübstoffe an, wodurch
sie sich nicht am Boden absetzen. Diese Probleme können
durch Zugabe von 10 g Weizenmehl auf 10 l Wein entschärft
werden. Mehl kann die Selbstklärung allerdings erschweren.
Zerriebene Äpfel (siehe Äpfel) eignen sich wesentlich besser als
Trübstoffquelle. |
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Milchsäure |
Milchsäure
(Lactat, CH3-HCOH-COOH) ist eine Monocarbonsäure,
die in Früchten nicht vorkommt. Sie entsteht erst durch
die Tätigkeit von z.B. Milchsäurebakterien oder gelangt
durch gezielte Beigabe in den Wein, um säurearme Weine zu
verbessern. Dazu wird bevorzugt das Lactat verwendet, weil es
zwei Vorteile gegenüber anderen Säuren aufweist. Einerseits
ist Lactat gärungsstabil, kann also nicht weiter abgebaut
werden; die hinzugefügte Säuremenge ist endgültig.
Außerdem ist es eine 'weiche' Säure, die angenehm
schmeckt, ohne auf der Zunge zu kratzen. Milchsäure ist
in Form einer 80%igen Lösung erhältlich, selten als
50%ige Lösung. Um die Säuremenge von 10 l Wein um 1
g/l zu erhöhen, müssen 12,5 ml 80% Lactat hinzugefügt
werden. Die
Dichte von 80%iger Milchsäure/Lactat ist 1,21 g/ml, d.h. die
benötigten 1,25 ml (zur Erhöhung der Säuremenge von 1 l Wein um 1 g)
entsprechen einer Masse von 1,5 g.
Mehr als 35 ml pro 10 l Wein sollten nicht verwendet werden, da die
Milchsäure in so großer Menge doch unangenehm hervorschmecken
könnte. Dann muss Zitronen- oder Äpfelsäure für eine weitere
Ansäuerung benutzt werden. |
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oenologisches Öl |
Dies ist ein spezielles
lebensmittelechtes Öl, das bei Kontakt mit Wein unbedenklich ist. Es
kann verwendet werden, um den Kontakt des Wein mit Luft zu
verhindern, wenn z.B. eine kleine Weinmenge in einen großen Ballon
gefüllt wird. Dazu genügt einen etwa 1 cm dicke Ölschicht auf dem
Wein. Mit diesem Öl können auch Geräte wie Verkorker oder
Spindelpressen gefettet werden, es kann auch als wenig
luftdurchlässige Sperrflüssigkeit für das Gärröhrchen bei der
Selbstklärung verwendet werden. |
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Pektinase |
siehe Antigel |
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Raffinade |
siehe Saccharose |
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Rohrzucker |
siehe Saccharose |
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Rosinen |
Unter dem Begriff
werden getrocknete Trauben zusammen gefasst. Man unterscheidet
Sultaninen aus der Türkei (großbeerig, kernlos, helle Schale,
Korinthen aus Griechenland (klein und dunkel, meist ohne kerne) und
Weinbeeren aus Kalifornien (großbeerig, manchmal mit Stielen). Sie
eignen sich hervorragend zur Harmonisierung von extrem säure- und
trübstoffarmen Weinen. Sie bringen einen weiteren "noblen"
Inhaltsstoff in den Wein, nämlich Tannin bzw. Gerbstoff.
Gerbstoffarme Weine gewinnen durch die Zugabe von Rosinen
geschmacklich an Körper und Komplexität. Außerdem bringen Rosinen einen
leichten sherryähnlichen Geschmack ein, der
allerdings nicht zu jedem Wein gut passt. Zum Glück sind Rosinen heute oft
ungeschwefelt. Da sie oft mit Staub belastet sind, werden sie mit Wasser
bedeckt in einem Topf kurz aufgekocht, dann in einem Sieb
abgeseiht und mit Wasser gespült. Erst dann gehören sie in den
Weinansatz. |
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Saccharose |
Die
meisten Früchte enthalten zu wenig Zucker für eine
Vergärung, so dass Zucker beigemischt werden muss. Dazu
wird meist normaler Haushaltszucker (Raffinade) verwendet. Dabei
handelt es sich um ein Disaccharid (ein "Doppelzucker")
namens Saccharose (Abb. 5.1), das aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben
gewonnen wird. Die Saccharose ist in Lösung nicht völlig
stabil: Im Laufe von Wochen oder Monaten zersetzt sich Saccharose
spontan in ihre Bestandteile Glucose und Fructose. Die objektive
Süßkraft beider Monosaccharide zusammen beträgt
nur etwa 2/3 der ursprünglichen Saccharose. Dies hat zur
Folge, dass junge Weine rund 1/3 ihrer Süßkraft bei
Lagerung verlieren.
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| Abb. 5.2: Saccharose, ein Disaccharid aus
Glucose (linke Molekülhälfte) und Fructose (reche Molekülhälfte) |
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Schwefel |
Umgangssprachlich
für Kaliumpyrosulfit; Schwefelschnitten werden zum
Sterilisieren von Fässern benutzt, das ist aber für den Hobbywinzer
nicht von Interesse. |
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Sorbinsäure |
Die Sorbinsäure (E200)
entsteht z.B. beim Kochen von Vogelbeeren aus der darin enthaltenen
Parasorbinsäure. Die Parasorbinsäure ist verantwortlich dafür, dass
der Genuss von rohen Vogelbeeren zu Darmbeschwerden führen kann. Die
Sorbinsäure ist dagegen gut verträglich
und hemmt das Wachstum von Hefen und anderen Pilzen und wird deshalb
als Konservierungsmittel genutzt. Auf Bakterien wirkt die
Sorbinsäure aber schlechter. Da die Sorbinsäure sich schlecht löst,
wird meist das besser lösliche Kaliumsalz der Säure, das Kaliumsorbat, eingesetzt. Erlaubt ist der Einsatz von bis zu 200
mg/l Sorbinsäure, das entspricht etwa 270 mg/l Kaliumsorbat. In den
USA dürfen Weine dagegen die bis zu fünffache Menge enthalten. Durch
diese Menge Sorbinsäure kann die Hefevermehrung und damit die
Nachgärung in der Flasche verhindert werden. Die erlaubte Menge
reicht aber nicht aus, um z.B. das Wachstum von Essigsäurebakterien
zu verhindern. Dazu wäre eine Menge von etwa 800 mg/ml notwendig.
Der Konservierungseffekt ist außerdem abhängig vom pH-Wert, vom
Restzucker und von der Keimzahl. Besonders effektiv wirkt die
Sorbinsäure im sauren Wein mit Restsüße, wenn wenig Keime enthalten
sind. Die Zugabe des Kaliumsorbats
sollte also erst nach dem Abstich vom Hefebodensatz erfolgen, wenn
die Zahl der noch im Wein befindlichen Hefezellen gering ist.
Der Einsatz von Sorbinsäure gilt als gesundheitlich unbedenklich,
ist aber nicht unumstritten. In Frankreich sagt man dem mit Sorbat
konservierten Wein eine abartige Geschmacksentwicklung nach, den "Geranienton"
(hat trotz des Namens wohl nichts mit dem Geruch von Geranien zu
tun). Ursache ist kann der Abbau der Sorbinsäure durch
Milchsäurebakterien sein. Obwohl das allergische Potential der
Sorbinsäure als gering eingestuft ist, wird es in seltenen Fällen
mit dem Auftreten von Lebensmittelallergien in Verbindung gebracht.
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| Abb. 5.2: Aus der Parasorbinsäure in Vogelbeeren entsteht beim
Erhitzen die besser verträgliche Sorbinsäure, die
konservierende Eigenschaft besitzt. |
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Tannin |
Im traditionellen und
weitesten Sinne ist
"Tannin" ein Sammelbegriff für die große Stoffgruppe der "Polyphenole".
Dazu zählen unter anderem pflanzliche Farbstoffe und Gerbsäuren,
letztere sind die eigentlichen Tannine. Tannine kommen natürlich in Holz, Fruchtstielen
und Wurzeln vieler Pflanzen vor. Es ist üblicherweise in
Konzentrationen von 0,3 g/l in Weißweinen oder 3 g/l
(oder mehr) in schweren Rotweinen enthalten. Da es ein Antioxidationsmittel
ist, können tanninreiche Weine länger gelagert werden
als tanninarme. Tannin bereichert den Wein um eine herb-bittere
Geschmacksnote, die besonders nach langer Lagerung positiv hervortritt.
Da extrem tanninarme Weine fade und flau schmecken können
(z.B. Met oder Bananenwein, Weine aus Blütenblättern),
kann Tannin in Mengen von etwa 0,1g/l beigemengt werden, je nach
Geschmack auch mehr. Tannin ist auch ein Schönungsmittel,
mit dem eine Eiweißtrübung im fertigen Wein bekämpft
werden kann. Aber Vorsicht: Je nach Anwendung sollten
unterschiedliche Tannine verwendet werden. Tannin gewonnen aus
Galläpfeln oder aus dem Holz der Edelkastanie eignet sich besonders
gut für die Eiweißfällung. Tannin aus Eichenholz oder aus
Traubenhäuten eignet sich besonders gut zur Geschmacksverbesserung. |
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Thiamin |
Thiamin (Vitamin B1)
dient der Verbesserung des Hefestoffwechsels bei der Gärung
unterdrückt die Bildung störender längerkettiger Alkohole.
Dadurch soll die Gärung schneller verlaufen, und die so erhaltenen
Weine sind besser bekömmlich. Der Gesetzgeber hat den Einsatz von
Vitamin B1 auf 0,6 g / 1000 l Wein beschränkt. Siehe auch
Hefenährsalz. |
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Vaselin-Öl |
siehe oenologisches Öl |
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Vitamin B1 |
siehe Thiamin |
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Vitamin C |
Vitamin C oder
Ascorbinsäure ist ein Antioxidationsmittel und soll das Kaliumpyrosulfit (siehe dort) in seiner Wirkung unterstützen. Vitamin C wirkt jedoch nicht hemmend auf
unerwünschte Mikroorganismen und sollte nur zusammen mit
Kaliumpyrosulfit verwendet werden (siehe auch Kapitel "Sauberkeit
und Sterilität"). Zur Farb- und Geschmacksstabilisierung
des Weins wird vor der Flaschenabfüllung 1 g Vitamin C auf 10 l
gegeben. Verwendet man Früchte, die besonders schnell zur Oxidation
neigen, wie zum Beispiel Zwetschgen oder Äpfel, kann das Vitamin C
auch direkt beim zerkleinern der Früchte eingesetzt werden. |
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Wasser |
Fast jeder Honig- oder
Fruchtwein wird mit Wasser versetzt. Der Einfluss des Wassers auf
den Geschmack wird dabei meist völlig unterschätzt. Generell sollte
bevorzugt weiches Wasser verwendet werden, insbesondere bei
Herstellung von Weinen mit feinem Aroma wie Honigweine, Blüten- und
Kräuterweine. Mit weichem Wasser angesetzt werden die Weine
geschmacklicher runder, weicher und harmonischer.
Grundlagen zur
Wasserhärte und zur Enthärtung sind hier dargestellt. |
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Zitronensäure |
Zitronensäure
(Citrat, H2CCOOH-HOCCOOH-H2CCOOH) ist eine natürliche Fruchtsäure
und kann zur Verbesserung von extrem säurearmen Weinen verwendet
werden. Wie die Äpfelsäure ist auch die Zitronensäure
nicht gärungsstabil, kann also von den Hefen abgebaut werden |
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Zucker |
siehe Saccharose und
Fructose |

© Dr. Andreas Kranz, Birgit Schmuck 2007
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