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Ansatzmenge: |
20 l |
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Ansatzart: |
Saftgärung |
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Weinart: |
Traubenwein |
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Hefe: |
beliebig, bevorzugt Hefen mit niedriger und
mittlerer Alkoholtoleranz |
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optimaler Säuregehalt: |
grob im Bereich 7 bis 8,5 g/L |
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Zutaten: |
gut 30 kg helle Keltertrauben
Zucker nach Bedarf (Gärstart mindestens 60°Oe)
8 g Hefenährsalz
40 ml Antigel
kohlensaurer Kalk nach Berechnung
Zitronensäure, Milchsäure, Weinsäure nach Bedarf
Kaliumpyrosulfit |
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Schönung: |
10-50 g Bentonit, 20 ml Antigel, 10 bis 20 ml 15%iges Kieselsol,
1 bis 2 g
Gelatine |
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Filtration: |
Filtration mit Filterschichten mittel und EK |
Weißwein wird aus hellen Trauben in
einer Saftgärung hergestellt. Der Traubensaft (Most) wird pur, ohne
Wasserzugabe, vergoren. Je nach Traubensorte und Auspressmethode erhält man aus
den Trauben grob geschätzt 60% Saft und 40% Rest (Bodensatz bei der Entschleimung
und festem Rückstand beim Auspressen, so genannter Trester).
Säurefällungen können vor der Gärung oder nach der
Gärung durchgeführt werden. Da der biologische Säureabbau durch
Milchsäurebakterien (BSA) die sortentypischen Fruchtaromen im Weißwein
negativ beeinflussen kann ist ein BSA bei Weißweinen unüblich.
Weißwein enthält nur sehr wenig Gerbstoffe, die vor
Oxidation schützen. Die feinen Fruchtaromen im Weißwein sind deshalb
besonders vergänglich. Bei der Herstellung von Weißwein muss besonders
sorgsam gearbeitet werden damit möglichst viel von dem empfindlichen Aroma
in die Flasche gelangt.
Vor der Gärung:
Saftgewinnung, Entschleimung und Säurefällung
Im Gegensatz zur Rotweinherstellung müssen die
hellen Trauben nicht zwingend vollständig entrappt werden. Im Weißwein
können geringe (!) Mengen der in den Fruchtstielen enthaltenen Gerbstoffe
durchaus erwünscht sein. Die kurze Dauer bis zum Abpressen verhindert, das zu viele
Gerbstoffe in die Flüssigkeit übertreten können. Die Trauben werden
zunächst gut gewaschen, dann abtropfen lassen und zerquetschen, z.B. mit einem mit einem
Kartoffelstampfer. Die Früchte dürfen dabei nicht zu stark zerkleinert
werden. Mixer oder ähnliche Geräte dürfen nicht benutzt werden, denn Stiele
und Kerne dürfen nicht zerstört werden. Zudem erschwert ein solches
Vorgehen die Selbstklärung des fertigen Weins.
Das Antigel gibt man sofort dazu. Da
der Saft nicht sofort vergoren wird kann nun leicht geschwefelt werden (0,1
bis 0,5
g Kaliumpyrosulfit auf 10 l Saft, je nach Zustand der Trauben). Das verhindert ein vorzeitiges
Angären
durch Wildhefen, unterdrückt Schimmel und Bakterien und dient als
Oxidationsschutz. Das Antigel lässt man einige Stunden einwirken. Belässt
man den Saft währenddessen in einem Gäreimer, so sorgt etwas
Lebensmittelfolie, die auf die Flüssigkeitsoberfläche gelegt wird, für einen
zusätzlichen Oxidationsschutz, so werden die feinen, fruchtigen
Aromen besser geschützt.
Nach spätestens 10 bis 12 Stunden wird
der Saft abgepresst. Nun kann der Säuregehalt bestimmt
werden. Ist der Säuregehalt zu hoch (deutlich über 9 g/l), so kann nun
eine Säurefällung durchgeführt werden (siehe "Säuremanagement").
Nun folgt die Vorklärung oder Entschleimung. Dabei wird der Most möglichst kühl und ruhig gelagert.
Dabei setzten sich allerlei Schmutzstoffe, grobe Fruchtreste, Fremdhefen
und Schimmelpartikel ab. Nach 6-12 Stunden wird der vorgeklärte Most
vorsichtig vom Bodensatz abgezogen (Abb. T4.1). Wer die Entschleimung beschleunigen
will kann den Most grob filtern.
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| Abb. T4.1:
Ein Most von hellen Trauben nach der Entschleimung. Der Ballon
ruhte über Nacht bei Raumtemperatur. |
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Die Entschleimung ist notwendig!
Sie reduziert die Gefahr einer Fehlgärung, einer Fehlnote
durch Schimmelwachstum oder das Entstehen eines Böcksers. Die
Entschleimung ist umso wichtiger, je fauler und unreifer die verwendeten
Trauben waren. Während der Ruhephase kann sich außerdem das Calciumtartrat
absetzen, wenn die Weinsäure ausgefällt wurde. Nun kann eine
Bentonitschönung durchgeführt werden (alternativ erfolgt die
Bentonitschönung nach der Gärung, zur Durchführung siehe Kapitel "Abstich,
Gärung, Schönung").
Die Gärung
Nun kann endlich die Gärung beginnen.
Doch zunächst wird das Mostgewicht bestimmt. Es sollte zum Gärstart
mindestens 60°Oe betragen. Wenn dieser Wert nicht erreicht wird, so wird
Zucker zugegeben. Dabei erhöht eine Menge von 2,6 g/l Zucker das
Mostgewicht um 1°Oe (siehe auch Kapitel Zucker).
Dazu ein Beispiel:
Das Mostgewicht von 15 l Traubenmost
beträgt 55°Oe. Um das Mostgewicht auf 60°Oe anzuheben werden 5 x 2,6 g/l
Zucker benötigt, also 13 g/l bzw. 195 g Zucker bezogen auf die 15 l Most.
Falls die Säuremenge nicht ausreichend
war, ist nun ein guter Zeitpunkt, diese zu ergänzen. Dazu kommt außerdem
das Hefenährsalz, gestartet wird die Gärung durch Zugabe der Hefe.
Weißweine werden oft bei eher niedrigen Temperaturen vergoren, dies gilt
als aromaschonend. Unserer Erfahrung nach sind Gärtemperaturen von gut
20°C auch für Weißweine durchaus akzeptabel.
Wenn die
Gärintensität nachlässt wird der Alkoholgehalt in regelmäßig Abständen
gemessen. Sollte der Wein untrinkbar sauer schmecken, so kann die Restsüße
mit Hilfe der "Nachzuckermethode" (siehe Kapitel "Zucker") eingestellt
werden. Zur Erinnerung: Weißweinhefen finden bei der Nachzuckermethode
unter Umständen kein sicheres Gärende. Alternativ kann die Gärung beendet
werden, dann muss die Restsüße unmittelbar vor eine EK-Filtration
eingestellt werden (siehe Kapitel "Filtration").
Ist die Gärung beendet, so wird mit 0,1
g Pyrosulfit pro Liter geschwefelt, von nun an möglichst kühl
und ruhig lagern. Nach wenigen Wochen muss der Wein vom Bodensatz
abgezogen werden, dann weiterhin kühl und ruhig lagern
und ggf. die Selbstklärung abwarten.
Nach der Gärung
Im Gegensatz zu vielen Frucht- und
Rotweinen kann Weißwein Eiweiß bzw. Protein enthalten. Das Protein kann im
Laufe der Lagerung ausfallen und einen hässlichen Bodensatz bilden. Je
besser das Ergebnis der Entschleimung war, desto geringer ist die Gefahr
eines Proteinsausfalls. Im Fachhandel gibt es spezielle Tests, mit denen
geprüft werden kann ob eine Bentonitschönung notwendig ist (zum Beispiel
erhältlich unter dem Handelsnamen "Bentotest®"). Alternativ
kann der "Wärmetest" durchgeführt werden: Der Test beruht auf dem Ausfall
von Proteinen bei höheren Temperaturen, bedingt durch eine Veränderung der
Proteinstruktur ("Denaturierung"). Hierfür wird eine Probe des blank
filtrierten Weins für 2 Stunden auf 80 bis 85°C erhitzt. Danach wird der
Wein in Eiswasser schockartig abgekühlt. Kommt es dabei zu einer Trübung,
so sollte eine Bentonitschönung durchgeführt werden.
Der Vorteil des Bentotests gegenüber
dem Wärmetest: Mit dem Bentotest kann die zur Fällung des enthaltenen
Proteins notwendige Bentonitmenge grob bestimmt werden, mit Hilfe des
Wärmetests nicht. Im Zweifelsfall werden 5-25 g Bentonit
pro 10 Liter Wein eingesetzt.
Alternativ oder zusätzlich kann die Bentonitschönung
bereits im Most durchgeführt werden (siehe oben). Nun kann der Wein weiter geschönt oder
gefiltert werden. Vor der Flaschenabfüllung nochmals mit 2 g Pyrosulfit
schwefeln.
© Dr. Andreas Kranz, Birgit Schmuck
2009
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